Rosenbauer Kompetenzzentrums
Besichtigung des Rosenbauer Kompetenzzentrums für Hubrettungsgeräte am 31.03.2025
Im Rahmen unserer monatlichen Zusammenkünfte besichtigten wir am 31. März 2025 mit 19 Personen die Firma Rosenbauer, Fabrik für Feuerwehr-Hubrettungsfahrzeuge in Grünwinkel, Carl-Metz-Str. 9. Ein herzliches Dankeschön geht an die Mitarbeiter von Rosenbauer, Herrn Matthias Hochmuth, der uns die Führung zu unserem Wunschtermin ermöglichte und an Herrn Foos, der uns kompetent über das weitläufige Gelände und die Werkshallen führte.
Nachdem wir im Vorfeld der Führung schon eine Sicherheitsunterweisung absolvieren mussten (mit Zertifikat!), erhielten wir zu Beginn noch einen geschichtlichen Abriss über die nunmehr 183 -jährige Firmengeschichte. Die von Carl Metz 1842 in Heidelberg gegründete Firma für Feuerlösch- und Rettungsgeräte wurde 1905 von Karl und Alfred Bachert übernommen. Im gleichen Jahr wurde in der Bannwaldallee, heute heißt dieser Abschnitt Carl-Metz-Straße, eine Fabrik für die Gießerei und für die Feuerwehrgerätefertigung erstellt. 1909 wird der Firmensitz gänzlich von Heidelberg nach Karlsruhe verlegt. Seit 1998 ist die Firma ein Tochterunternehmen der österreichischen Rosenbauer International AG. Im Werk Karlsruhe wurde das Kompetenzzentrum für Hubrettungsfahrzeuge gebündelt. Dazu gehören Drehleitern und Hubrettungsbühnen für den Feuerwehreinsatz. Löschfahrzeuge, Pumpen und andere Gegenstände für die gesamte Feuerwehrausrüstung werden an anderen Standorten gefertigt. Die Fahrzeuge in Karlsruhe werden nach allen relevanten Normen produziert und an Feuerwehren in der ganzen Welt ausgeliefert. Individuell wird auch nach Kundenwunsch produziert, sei es im Hinblick auf technische Anforderungen oder auf die spezielle Beladung von (weiterer) Ausrüstung. Es kommt vor, dass Kunden lediglich das Fahrgestell festlegen oder sogar liefern lassen und Rosenbauer alles Weitere entsprechend Kundenwunsch fertigt. Am Standort Karlsruhe werden seit über 100 Jahren Hubrettungsfahrzeuge hergestellt. Die erste Automobil-Drehleiter mit 25m Steighöhe wurde 1913 produziert. Jährlich werden in Karlsruhe rund 200 Hubrettungsfahrzeuge hergestellt, also arbeitstäglich etwa eines.
Die Fahrzeuge werden in sogenannten Fertigungsstraßen produziert. Das heißt, die Fahrgestelle erhalten nach und nach alle Komponenten. Gerade auch bei der Montage der Drehleiter und des Rettungskorbs müssen aufwändige technische Vorgaben beachtet werden im Hinblick auf die Sicherheit und die Statik der Leiter und des ganzen Fahrzeugs. Eine für den Außenstehenden nicht zu bewältigende Aufgabe mit den vielen Komponenten und den Einzelteilen, die letztlich alle zu einem Ganzen zusammengefügt werden. Von den vielen Kabeln ganz zu schweigen. Als wir durch die Werkshallen gingen, sahen wir Fahrzeuge, die für Ankara bestimmt waren aber auch 20 Drehleitern, die nach Kuwait zur Auslieferung bereitstanden.
Auch haben wir gelernt, dass die Fahrzeuge kaum noch (rot) lackiert werden. Es wird eine individuell gestaltete Folie aufgeklebt. Das hat den Vorteil, dass bei einem Schaden am Fahrzeug neben kleinen Ausspachtelungen nur die Folie erneuert werden muss. Müsste das Fahrzeug ggf. neu lackiert werden, wären Standzeiten von ca. einer Woche unvermeidlich. Neben den Kosten ist das natürlich für eine Feuerwehr ein Riesenvorteil, wenn das Fahrzeug nach ca. einem Tag wieder einsatzbereit ist. Auch das macht Rosenbauer. Sozusagen für den Kunden ein Rund-um-Sorglos-Paket. Rosenbauer repariert auch Drehleitern und stellt der Feuerwehr dann ggf. eine Leih-Drehleiter zur Verfügung. Auch dieser Service wird gerne angenommen.
Es gäbe sicherlich im Detail noch viel mehr zu berichten. Unsere Führung durch Herrn Foos dauerte 2 ½ Stunden, war hochinteressant und zumindest der Verfasser war erschlagen ob soviel kompetenter Information, von der man sich nur einen Teil merken konnte. Nochmals herzlichen Dank an Rosenbauer!
Josef Essig