Besuch bei der ProthetikKA GmbH am 30. März 2026
Mobilität ist wichtig für jeden Menschen. Diese zu erhalten, auch wenn ein Bein fehlt, ist deshalb das oberste Ziel von Orthopädietechniker-Meister Jürgen Klaas und seinem Team. Wie das geht, hat sich der Geschichtskreis des Bürgervereins Grünwinkel am 30. März 2026 bei einem Besuch der ProthetikKA GmbH zeigen lassen.
Das junge Unternehmen ist seit drei Jahren in der Durmerheimer Straße ansässig aber eher nur Interessierten ein Begriff. Das liegt vielleicht auch daran, dass nur ca. jeder 1.000 Mensch ein Produkt des Unternehmens, das sich auf die Anfertigung von Beinprothesen spezialisiert hat, braucht.
Wenn es dann doch dazu kommt, liegt es meistens an Durchblutungsstörrungen oder Unfällen, erläutert Herr Klaas und zeigt den mobilen Scanner, mit dem schon kurz nach der Amputation noch im Krankenhaus ein 3D-Modell des Stumpfes erstellt wird. Dieses wird anschließend durch den Orthopädietechniker am PC noch weiter modelliert, bevor es von einer Spezialfirma als Grundlage für den Prothesenschaft aus Kunststoff angefertigt wird.
Jede Prothese wird individuell in der Werkstatt in Grünwinkel in mehreren Arbeitsschritten angefertigt. Zuerst wird der Schaft aus Karbonfaserkunststoff aufgebaut. Der spätere Nutzer kann sich sein Lieblingsdesign wünschen. Wir sehen Prothesen von Fußballfans oder bunte Popartgestaltungen. Danach werden die mechanischen Funktionsteile wie Knie bzw. Fuß angebracht und mittels spezieller Vorrichtungen justiert. Es braucht viel Erfahrung, damit man nachher sicher stehen und rund laufen kann.
Für den Alltagsgebrauch setzen sich immer mehr elektronische Gelenkausführungen durch, da dank KI-Unterstützung am sichersten funktionieren. Wohingegen die aus dem Sport bekannten Prothesen meistens rein mechanisch arbeiten und robuster sind. Zuletzt muss noch der sogenannte Silikonstrumpf integriert werden. Er stellt sicher, dass die Prothese am Stumpf hält und nicht bei jedem Schritt verrutscht.
Jetzt kann der Kunde die Prothese anprobieren und damit laufen üben. Dies passiert im letzten Raum des Rundgangs. Hier wird nochmal der Sitz und die Belastungsverteilung mit digitalen Werkzeugen überprüft und ggf. angepasst. Außerdem können die Funktionsfähigkeit und der Komfort z.B. auf unebenem Untergrund, Steigungen und Treppen getestet werden.
Wenn alles passt, ist das Ziel erreicht und der Mensch wieder auf seinen eigenen Beinen mobil. Lediglich zu regelmäßigen Wartungs- und Anpassungsterminen muss er noch nach Grünwinkel kommen. Wir dagegen hatten interessante Einblicke in ein modernes und innovatives Handwerksunternehmen mit Zukunft.
Reiner Schweizer