EDEKA Fleischwerk
Riesig, kalt, laut – aber auch beeindruckend hygienisch und logistisch perfekt. Unsere Führung durch das EDEKA Fleischwerk
Der Besuch des EDEKA-Fleischwerkes in Rheinstetten hatte für uns als Grünwinkler Geschichtskreis auch Facetten des Rückblicks in die jüngere Geschichte unseres Stadtteils. Einige der Teilnehmer erinnerten sich noch an Versammlungen in den Anfangsjahren des neuen Jahrtausends, bei denen es „hoch her ging“. Äußerst emotional hatte sich eine Bürgerinitiative „Siedler von KA“ in der Heidenstückersiedlung gegen den Bau des Fleischwerkes positioniert. Man befürchtete Geruchsbelästigungen und Verkehrslärm, teilweise auch Verunreinigungen für das Grundwasser. Gebaut wurde dann doch, von 2008 bis 2011, und heute sind die Befürchtungen verflogen. Weder der Geschäftsführer des Fleischwerkes, der sich Zeit für unsere Gruppe nahm, noch die von Anfang an für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Mitarbeiterin Sigrun Schäfer wussten von Beschwerden aus der Bevölkerung zu berichten. Und auch nicht die Teilnehmer an der Führung aus dem Stadtteil Grünwinkel.
Diese erfuhren beeindruckende Zahlen: Das Werk wurde für 140 Mio. Euro gebaut und 2020 für 80 Mio. Euro erweitert. Inzwischen werden hier nicht mehr nur Rinder- und Schweinehälften aus den Schlachthöfen Südwestdeutschlands zu Wurst- und Fleisch-Spezialitäten verarbeitet, sondern auch viele andere Lebensmittel wie Fisch, Käse, Geflügel oder Fertiggerichte für insgesamt 1.100 EDEKA-Läden vom Saarland bis Ulm an der Donau, von Frankfurt und Würzburg bis an den Bodensee zusammengestellt und ausgeliefert. 6.700 verschiedene Produkte nannte uns der Betriebsleiter. Bis 19 Uhr werden Bestellungen angenommen, die am nächsten Tag fertig für die Auslage in den Läden mit Lkws verschickt werden. Zwei Hochregallager, in denen 3.400 Paletten auf bis zu 34 Meter Höhe gestapelt sind, nehmen die tagsüber produzierten Wurst- und Fleischwaren oder die angelieferten Lebensmittel auf. In spätestens 1,5 Tagen sind sie umgeschlagen, was bedeutet, dass alles frisch in die Läden geliefert wird. Entsprechend sind die Temperaturen im Werk, 2 Grad Celsius, wo Lebensmittel verarbeitet oder gelagert werden.
Wuselig und laut geht es im Produktionsbereich zu. Ein Labyrinth von Transportbändern transportiert Kisten mit Fleischteilen zu den Arbeitsplätzen. 450 Tonnen Fleisch werden täglich verarbeitet. 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind inzwischen im EDEKA-Fleischwerk beschäftigt, zu unterschiedlichen Zeiten, aber rund um die Uhr.
Sehr angetan waren unsere Teilnehmer von der Hygiene, auf die im Fleischwerk besonderen Wert gelegt wird, nicht nur bei Besucherinnen und Besuchern wie auf unserem Foto, sondern von allen, die die Betriebsstätte betreten. Auch deshalb kehrten wir sehr beeindruckt wieder zurück in das Braustübl Hatz-Moninger, wo wir noch viel zu erzählen hatten.